Zum Zeitpunkt der Geburt sind sämtliche anatomische Strukturen der Haut vorhanden: Die 3 Hautschichten – Oberhaut, Unterhaut und Lederhaut sowie die Hautanhangsgebilde – Talg-, Schweißdrüsen und Haarfollikel. Dennoch ist die Haut eines Babys und Kindes was ihre Schutzfunktion und Belastbarkeit gegenüber Umwelteinflüsse betrifft, nicht mit der eines Erwachsenen zu vergleichen.
Die Haut Neugeborener ist zunächst mit Käseschmiere bedeckt. Diese erleichtert das Gleiten bei der Geburt und dient als Schutz des Neugeborenen vor plötzlichen Temperaturschwankungen und zu hoher Feuchtigkeitsabgabe.
Oberhaut und Unterhaut sind bedeutend dünner als beim Erwachsenen. Dadurch ist die mechanische Belastbarkeit geringer und die Haut ist reizbarer als bei einem Erwachsenen. Das rosige Aussehen kommt durch das Durchscheinen der Blutgefäße.
Die Funktionsfähigkeit der Talg- und Schweißdrüsen ist bei Neugeborenen und Säuglingen noch eingeschränkt, wodurch die hauteigene Barrierefunktion noch nicht vollständig gewährleistet ist. Die Haut trocknet rasch aus und benötigt entsprechenden Schutz (z.B. Kälteschutzcreme).
Der pH-Wert der Haut stabilisiert sich innerhalb des ersten Lebensmonats im leicht sauren Bereich. Bei häufigem Kontakt mit Alkalien (herkömmliche Seife) ist der Hautschutz noch geschwächt.
Der körpereigene Lichtschutz ist noch sehr schwach! Die Haut benötigt etwa zwölf Jahre bis ihre Schutzmechanismen voll ausgebildet sind. Ein ausreichender Licht- und Sonnenschutz ist unbedingt erforderlich.
Bei Babys und Kleinkindern ist die Hautoberfläche im Verhältnis zum Körpergewicht besonders groß. Das bedingt u.a. einen hohen Wärme- und Wasserverlust. Und – im Verhältnis zum tatsächlichen Körpervolumen eine höhere Aufnahmedosis von Stoffen, die durch die Haut eindringen können.
Hautreaktionen bei Babys
Hautreaktionen sind bei Neugeborenen keine Seltenheit. Etwa durch Umstellung der Nahrung oder durch Still-bedingte Unverträglichkeit der mütterlichen Nahrung (z.B. Zitrusfrüchte), aber auch durch Infektionen oder beim Zahnen können Hautreaktionen auftreten. Meistens sind diese Reaktionen jedoch harmlos und klingen schnell wieder ab.
Beispiele häufiger Hautreaktionen
Neugeborenenakne
Ausschlag im Gesicht und am Hals; meist im Alter von 4-10 Wochen aufgrund von hormoneller Umstellung; heilt ohne Behandlung von selbst ab.
Milien
Verstopfte Poren an Nase und Wangen, die sich von selbst wieder öffnen.
Milchschorf
Fettige, gelbbraune Schuppenschicht; besonders betroffen sind Babys in den ersten 3 Lebensmonaten; völlig ungefährlich.
Windeldermatitis
Dieser Begriff beschreibt eine große Bandbreite von Hautirritationen im Windelbereich. Ungefähr die Hälfte der Kinder bekommt während der durchschnittlich 30 Monate dauernden Wickelphase mindestens einmal Windeldermatitis. Hauptursachen sind erhöhte Hautfeuchtigkeit, das Vermischen von Stuhl und Urin und der dadurch bedingte erhöhte pH-Wert sowie in weiterer Folge mechanische Reibung und mikrobielle Infektion
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Vorbeugende Maßnahmen gegen Windeldermatitis:
- Häufigeres Wickeln
- Möglichst kurzer Hautkontakt mit Stuhl
- Säubern des Windelbereiches mit Wasser oder Feuchttüchern
- Gründliches Abtrocknen (z.B. mit Fön auf niedrigster Stufe)
- Nicht zuviel Babycreme oder –lotion verwenden (weniger ist mehr)
- Viel frische Luft auch für den Babypopo lassen.
Bei bereits bestehenden Hautirritationen hilft dünnes Auftragen einer Wundschutzcreme (z.B. mit Zinkoxid).
Erfreuliche Tendenz – weniger Hautprobleme
Bei einer Befragung der österreichischen Geburtenstationen (Umfrage im Herbst 2003) stellten 39% der Befragten in den letzten Jahren eine Verbesserung des allgemeinen Hautzustandes im Windelbereich fest. Als Gründe wurden unter anderem die hohe Qualität und Saugfähigkeit der modernen Windeln genannt. In jenen Stationen, in denen vorwiegend Einmalwindeln verwendet werden, sind beachtliche 93% der Befragten der Meinung, Hautirritationen im Windelbereich – wie Rötungen und Ausschläge – seien eher selten zu beobachten.
Hohe Saugfähigkeit moderner Einmalwindeln reduziert Windeldermatitis
Eine Reihe klinischer Studien belegt, dass moderne Einmalwindeln durch ihre hervorragende Saugfähigkeit die Babyhaut trockener halten und dadurch die Anfälligkeit für Windelausschläge deutlich reduzieren.
Der Saugkörper moderner Einmalwindeln macht ca. 75% der Windel aus. Er besteht hauptsächlich aus Zellstoff-Flocken und einem hochsaugfähigen Material, das den Urin von der Haut des Babys fernhält und das Vermischen von Urin und Stuhl verhindert. Bedingungen, die das Entstehen von Windeldermatitis begünstigen, werden dadurch vermieden.