Geschichte des Wickelns

Seit Beginn der Menschheitsgeschichte wurde nach Hilfsmitteln gesucht, die die ständige Verschmutzung der Kleidung und des Bettzeugs durch Urin und Stuhl vermeiden. Das Wickeln von Babys ist ein Kulturgut, fast so alt wie die Menschheit. Bereits in den frühen Kulturkreisen wurden Babys in Tücher gewickelt. Allerdings nicht nur mit Stoffflecken zwischen den Beinen, vielmehr wurden sie von den Schultern bis zu den Fersen in das Tuch gewickelt und lagen wie eine Mumie in ihren Betten. Solche Wickelmethoden waren selbst noch im 19. Jahrhundert in Mode. Als Fortschritt galt es schon, wenn wenigstens die Arme freigelassen wurden.

Erst als man beobachten konnte, dass die frei aufgewachsenen Kinder der Naturvölker einen gesunden geraden Körper haben, ohne dass sie von oben bis unten verschnürt wurden, setzte sich von England aus eine Wickelart durch, die es dem Säugling erlaubte, seine Beine relativ unbehindert zu bewegen. Diese erste Stoffwindel schützte Kleider und Bett aber nur wenig von Nässe und wurde in Folge durch eine Plastikfolie in Form eines Überhöschens ergänzt.

Heute ist es für uns keine Frage mehr: Eine Windel sollte ein Kind nicht einengen. Die Einmalwindel ist heute aus vielen Gründen am weitesten verbreitet. Sie ist praktisch, hygienisch und entspricht der modernen Erkenntnis, dass eine richtige Wickelmethode auch für die gesunde Entwicklung eines Kindes von Bedeutung ist.

Als Vorläufer der ersten industriell hergestellten Einwegwindel gilt eine abgewandelte Binde, die von der Firma VP Schickedanz 1929 entwickelt wurde. Die Idee einer industriell gefertigten Einmal-Höschenwindel wurde 1956 von Mr. Victor Mills, einem Dirktor der Forschungsabteilung von Procter & Gamble in Amerika geboren: 1961 kam das erste Exemplar unter dem Namen "Pampers" auf den Markt. Gleichzeitig wurde in Deutschland eine Trapezwindel der Firma Moltex angeboten. Glichen die ersten Windeln noch einem großen rechteckigen Tuch, sind sie heute Hochleistungsprodukte, die den verschiednen Entwicklungsstufen eines Babys gerecht werden und seit ihrer Erfindung ständig weiterentwickelt und verbessert wurden. 1987 wurde dem Zellstoffsaufkern erstmals Polymere beigegeben, um den Urin noch besser speichern zu können. 1995 wurden Klettverschlüsse eingeführt, die ein wiederholtes Öffnen und Schließen - selbst mit cremig-öligen Händen - ermöglichen. Moderne Höschenwindeln von heute bieten eine atmungsaktive Außenseite, um das Klima in der Windel so angenehm wie möglich zu halten und den Austausch von Wasserdampf zu gewährleisten. Auslaufsperren um die Beinchen verhindern das Austreten von wässrigem Stuhl z.B. bei Durchfall.

Moderne Höschenwindeln haben Eltern vom mühsamen Wickeln und Windelnkochen befreit und Babys ein Vielfaches an Bewegungsfreiheit, Behaglichkeit und Hygiene beschert.