Das erste Jahr Hilfe, mein Baby hat Fieber!

Fieber ist meist das erste Anzeichen einer beginnenden Infektion. Auch beim Zahnen oder vorübergehend bei starker körperlicher Aktivität (z.B. Schreien) oder Überwärmung kann erhöhte Körpertemperatur (mehr als 38°C, im Popo gemessen) auftreten.

Fieber ist eine unspezifische Abwehrmaßnahme:
Haut- und Schleimhautdurchblutung und die Infektionsabwehr werden verbessert,
außerdem vermehren sich bestimmte Viren bei höheren Temperaturen schlechter.

Babies und Kleinkinder fiebern oft rasch hoch (über 39° oder 40°C) an, ohne dass man sich gleich furchtbare Sorgen machen muss.

Hohes Fieber kann aber auch den Kreislauf belasten.

Die drei Phasen des Fiebers

Fieber tritt in drei Phasen auf:

Anfiebern:
Zunächst wird der Sollwert der Körpertemperatur im Zwischenhirn verstellt, die Wärmeabgabe durch verminderte Hautdurchblutung herabgesetzt und eventuell zusätzlich Wärme durch Muskelzittern ("Schüttelfrost") erzeugt.
In dieser Phase sind ableitende Maßnahmen (Wadenwickel, "Essigpatscherl", s.u.) sinnlos.
Höhepunkt:
Wenn der neue Temperatursollwert erreicht ist, wird die Wärmeabgabe durch verbesserte Hautdurchblutung erhöht, die Kinder "glühen".
In dieser Phase sind ableitende Maßnahmen sinnvoll, außerdem soll man die Kinder in dieser Phase nicht zu warm anziehen oder zudecken (Gefahr des Wärmestaus!)
Abfiebern:
Dabei schwitzen die Kinder meist sehr stark.

Ableitende Maßnahmen

Fieber sollte nur bekämpft werden, wenn es so hoch ist, dass sichtbare Belastung oder Kreislaufprobleme auftreten, das ist meist erst jenseits von 39° oder 40° C. Bei wichtigen Gründen, z.B. Neigung zu Fieberkrämpfen, wird man natürlich früher eingreifen.

Gegen Fieber helfen ableitende Maßnahmen wie feuchte, lauwarme (ca. 25°C) Wickel um Bauch und Beine, die häufig gewechselt werden sollen. Die sogenannten "Essigpatscherl", mit wenig konzentriertem Essigwasser getränkte Fusswickel, wirken vor allem subjektiv angenehm.

Fiebersenkende Mittel wie z.B. Paracetamol (z.B. Mexalen®) oder Acataminophen (Parkemed®) als Zäpfchen oder Saft senken das Fieber "zentral", meist um ca. 1,5 bis 2°C.

Ärztliche Hilfe sollte in Abhängigkeit von zusätzlichen Symptomen wie z.B. Hals-, Ohren- oder Kopfschmerzen, Benommenheit, im Zweifel jedenfalls, bei Komplikationen und spätestens nach 3 Tagen in Anspruch genommen werden, da ein Harnwegsinfekt, eine eitrige Angina oder eine eitrige Ohrenentzündung keinesfalls übersehen werden sollten.


Zahnbeschwerden