Das erste Jahr Wie sauber muss es zu Hause für mein Baby sein?

Im wesentlichen genau so sauber, wie es für Sie selbst passt: das Baby gewöhnt sich nach der Geburt (in jeder Hinsicht!) rasch an seine neue Umgebung. Extreme Schmutz- und Chaosbelastung, aber auch Überhygiene sind – verständlicherweise – zu vermeiden! Es gibt unter den Fachleuten kaum mehr Diskussionen darüber, dass eine normale "Belastung" mit Schmutz und Infektionserregern sogar förderlich für die Entwicklung des Immunsystems ist. Eine große englische Studie hat z.B. gezeigt, dass das Risiko, Allergien oder Asthma zu bekommen, umso geringer ist, je mehr Geschwister (und damit Infektionschancen) ein Kind hat.

Das Immunsystem hat zwei Verteidigungslinien: Th1 gegen Bakterien und Viren sowie Th2 gegen Parasiten. Bei der Geburt ist das Th2 System stärker ausgeprägt, das jedoch auch für Überreaktionen z.B. gegen Pollen verantwortlich ist. Es ist daher wichtig, das Th1 System zu stärken – laut Theorie am besten durch eine vermehrte Belastung mit Infektionserregern, da bei "exponierten" Kindern weniger häufig Allergien auftreten. Elterliche "Infektionsparanoia" ist also schädlich!

Das bedeutet natürlich nicht, dass Sie auf das Händewaschen nach dem Klo und beim Kochen verzichten sollen. Normale Händehygiene entfernt auch nicht "alle" Erreger - und das ist gut, weil die "natürlichen" Bakterien auf der Haut sogar (über)lebenswichtig sind. Auch soll man ein Baby nicht direkt anhusten oder anniesen. Aber Ihr Baby soll auch die Chance haben, Infektionserreger kennen zu lernen.

Aus medizinischer Sicht ist daher das Wichtigste für Ihr Baby eine gesunde Ernährung, eine gesunde Lebenseinstellung, das Vermeiden von Umweltgiften (Rauch, Schwermetalle, Unkrautvernichter, Haushaltsgifte usw.) und unnötigen Belastungen sowie eine positiv denkende, liebende und stimulierende Umgebung.