Das erste Jahr Entwickeln sich die sprachlichen Fähigkeiten meines Kindes "richtig"?

Normale Sprachentwicklung:
Schon vor der Geburt ist jedes Kind mit Spracherlebnissen konfrontiert. Kinder entwickeln bereits im Mutterleib ein "besonderes Gehör" für ihre Muttersprache. Nach der Geburt sind Spracherfahrungen allgegenwärtig, Botschaften werden "intuitiv" erfasst (beruhigend / beunruhigend, unterstützend, lustig, interessiert usw.).

Im Alter von etwa drei Monaten versuchen die Kinder, Gehörtes und "Produziertes" in Einklang zu bringen: sie ahmen Sprachmelodien nach, üben Wortelemente (Phoneme wie baba, dada usw.). Dieses "Training" zeigt in den nächsten Monaten immer bessere Ergebnisse, Wortteile und Sprachmelodie werden immer länger und komplexer. Das Sprachverständnis für einfache Aufforderungen ist üblicherweise mit 9 Monaten vorhanden.

Um das erste Lebensjahr (mit großer Spannbreite von 9-18 Monaten) werden dann erste Worte sinngerichtet formuliert (Mama, Papa, Auto...). Dann beginnt auch wieder in unterschiedlichem Tempo und abhängig von Interesse, Angebot, Sprachbegabung, Artikulationsfähigkeit, Experimentierfreudigkeit, Perfektionismus, Mehrsprachigkeit usw. die faszinierende Zeit des Experimentierens mit der verständlichen Sprache. Zunächst "kommen" immer mehr einzelne Wörter, dann Zweiwortkombinationen (z.B. "das haben"), dann eventuell eine Zeit des "kritiklosen" Wiederholens aller gehörten Wörter (Echolalie), dann eher "sprunghaft" immer komplexere Sprachgebilde, wobei auch amüsante Überraschungen, z.B. das punktgenaue Einsetzen eines vielleicht einmal oder ganz selten gehörten Wortes, beobachtet werden können.

Mit drei bis vier Jahren sollte ein Kind sich zumindest in seiner Umgebung sprachlich zurechtfinden können. In diesem Alter kommen auch die ersten Nebensätze, Zeitenfolge usw., es wird auch systematisch nach Regeln "geforscht", was dazu führen kann, dass z.B. plötzlich die Abwandlung unregelmäßiger Zeitwörter (z.B. ich bin, du bist, er ist...) vorübergehend "verloren geht" (z.B. er bist), rasch aber die "Ausnahmen" in den Sprachschatz integriert werden.

Diese rasante Entwicklung geht dann abhängig vom Sprachangebot bis ins Erwachsenenalter weiter, wobei pro Schuljahr etwa 500-1000 neue Wörter gelernt werden.

Sprachentwicklung fördern