Ab dem zweiten Jahr Ist Fernsehen schädlich für Kinder?

Fernsehen ist ein fast lebenswichtiges Medium geworden. Der Umgang mit diesem Medium muss aber gelernt werden. Dabei gibt es drei Aspekte zu beachten:

  • den Bildungsaspekt - Fernsehen vermittelt Wissen
  • den Konsumaspekt - Fernsehen als Babysitter, Zeitvertreib, Unterhalter
  • den Überforderungsaspekt - Fernsehen stellt hohe Anforderungen an die Informationsverarbeitung und die Selbstkontrolle vor allem von kleinen Kindern

Alle drei Aspekte sind zusätzlich Alters abhängig.

Im ersten und zweiten Lebensjahr ist Fernsehen für Kinder absolut entbehrlich, auch, wenn es in Japan angeblich „Bildungsprogramme“ für Kinder ab dem 9. Lebensmonat gibt. Die rasche visuelle Informationsvermittlung mag faszinieren, überfordert aber Kinder in diesem Lebensalter auf allen „Informationskanälen“.

Im dritten Lebensjahr, wenn die Kinder bereits über ein gewisses sprachliches und Abstrahierungsvermögen verfügen, können kurze, immer von Bezugspersonen begleitete, einfache Sequenzen (z.B. Traummännlein) als „Einführung“ in das Medium interessant sein.

Ab dem 4. Lebensjahr (Kindergarten-, Fragealter) sind Kind gerecht gestaltete Sendungen (z.B. Teletubbies) ebenfalls immer begleitet für max. 20-30 Minuten, am besten nicht täglich, geeignet.

Im 5. und 6. Lebensjahr nimmt der Bildungsaspekt zu, wobei immer ein Trade-off, ein Abwägen zwischen den 3 oben erwähnten Aspekten überlegt werden muss.

Unkontrolliertes „Fernsehrecht“ oder Fernsehen als „Auszeit“ für die Eltern sollte unbedingt vermieden werden. Auch „erzieherische“ Maßnahmen wie Fernsehverbot „für Wochen“ sind kontraproduktiv (Bildungsaspekt, Durchhaltevermögen).