Eine der gefährlichsten, unter Umständen rasch tödlich endenden Erkrankungen ist die Meningokokkensepsis, eine meldepflichtige Infektionserkrankung mit Neisseria meningitidis. Das ist ein Bakterium, das in mehreren Varianten (A, B, C, W, Y) bei etwa 15% der Menschen im Rachenraum vorkommt, ohne dass diese erkranken. Bei manchen Menschen, vor allem Kindern und Jugendlichen (etwa 1:15.000), kommt es aber innerhalb weniger Stunden zu Grippe artigen Symptomen und dann rasch zu Hirnhautentzündung, Schock (Kreislaufversagen), Blutgerinnungsstörung (Waterhouse-Friderichsen Syndrom) und Organversagen. Schocktherapie und Antibiotika helfen, wenn überhaupt, nur bei raschem und gezieltem Einsatz. Beim Auftreten eines Krankheitsfalles werden Kontaktpersonen vorbeugend mit Antibiotika behandelt.
Meningokokkenimpfung
Es gibt Impfstoffe gegen Meningokokken, für Kinder allerdings nur gegen Meningokokken der C-Gruppe, die bei uns für etwa 40% der schweren Infektionen verantwortlich sind (der Rest sind vorwiegend B-Meningokokken). Die neuen Konjugatimpfstoffe (z.B. Meningitec®) bieten ab dem ersten Lebensjahr mit einer Impfung anhaltenden Schutz gegen C-Meningokokken. Für Säuglinge sind 3 Impfdosen erforderlich. Die Nebenwirkungs arme (Lokalreaktionen, Fieber) Impfung ist insbesondere bei länger dauernden Reisen in Länder, in denen Infektionen mit C-Meningokokken häufiger vorkommen (z.B. England, USA), bei Internatskindern und bei Angehörigen von Riskoberufen (z.B. Krankenhauspersonal, LehrerInnen usw.) und bei Kindern, die in Gemeinschaftseinrichtungen leben, empfehlenswert. Link: www.meningokokken.at