Ab dem zweiten Jahr Brauchen Kinder Väter?

Buben und Mädchen sind anders, Väter und Mütter auch. Die Themen der Buben sind Entdecken, Experimentieren, Motorik, Kraft, die der Mädchen Beziehung, Gefühle, Fürsorge, Autonomie. Aggressionen werden bei Buben eher nach außen, bei Mädchen eher nach innen verarbeitet. Mütter stehen für Versorgung, Beziehung, Erziehung, Väter für lustvolles Erleben, Experimente, Abenteuer. Mütter erwarten unterschiedliches Kommunikationsverhalten von Mädchen und von Buben. Diese auch in vielen aktuellen (Spiel-) Beobachtungen bestätigte Liste ließe sich weiter fortsetzen.

Auch in der gleich berechtigten, Mütter dominierten Gesellschaft brauchen Kinder Väter. Insbesondere, weil auch die „außerhäuslichen“ Rollenerfahrungen in Kindergarten und Schule eher weiblich sind. Natürlich kommen Familien auch ohne Väter aus, werden Scheidungskinder ganze Mütter und Väter, das ist auch notwendig bei Trennungs- und Scheidungsraten von über 50%! Natürlich können Mütter auch wunderbare anarchische Spielpartner sein, natürlich können Väter auch zärtlich, verwöhnend, versorgend sein, natürlich können auch Mütter mit kindlichen Aggressionen umgehen, natürlich können Väter auch über Beziehungen reden... Natürlich kann man die Realität nicht ändern und muss immer das Beste aus den realen Gegebenheiten machen. Vielleicht aber hilft das Verständnis der unterschiedlichen Rollen, Denk- und Handlungsweisen, die wechselseitigen Forderungen und Erwartungen und die Kommunikation von Müttern und Vätern nicht zuletzt zum Wohl der Kinder zu verändern und zu verbessern. Väter, traut Euch, Väter zu sein, Mütter erwartet nichts Unmögliches von den Vätern!

Literatur:

  • Bettina Mähler, Dagmar Bickmann. Der Elternkurs. Das Programm für glückliche Familien. Reinbek (2005)
  • Jean leCamus. Väter. Die Bedeutung des Vaters für die psychische Entwicklung des Kindes. Weinheim (2001).
  • Horst Petri. Das Drama der Vaterentbehrung. Chaos der Gefühle – Kräfte der Heilung. Freiburg (2003).
  • Jan-Uwe Rogge. Eltern setzen Grenzen. Reinbek (2001).
  • Gebriele tenHövel. Liebe Mama, böser Papa. Eltern – Kind – Entfremdung nach Trennung und Scheidung: Das PAS Syndrom. München (2003).