Die ersten Tage Wo soll das neu geborene Baby schlafen?

Allein im Babykorb, im Gitterbettchen oder im Familienbett?

Zunächst einmal ist es nicht schlecht, einen Babykorb zu haben (vor allem, wenn man ihn in der Familie oder von Freunden ausleihen kann), weil dann zumindest die Option offen bleibt, das Baby auch einmal allein schlafen lassen zu können. Das Gitterbett ist für den Anfang meist zu groß, das Baby fühlt sich ev. „verloren“, was man eventuell dadurch verhindern kann, dass man im Gitterbett ein „Nest“ aus eingerollten Handtüchern oder Decken baut (Achtung vor „Erstickungsfallen!“). Mit 6-12 Wochen ist der Babykorb meist schon zu klein bzw. zu instabil, aber für den Anfang zumindest eine gute Zusatzoption.

Die Frage, ob das Baby im elterlichen Schlafzimmer oder im eigenen Kinderzimmer schlafen soll, ist jedenfalls zumindest am Anfang eindeutig für das Elternzimmer zu beantworten: das Baby wacht ohnehin in der Nacht öfters auf, da ist es praktisch, wenn es gleich in der Nähe ist. Außerdem schlafen Mütter nicht besser, wenn das Baby nicht im gleichen Zimmer ist, und drittens braucht das Baby die Nähe der Eltern oder der Bezugspersonen und schläft dann eindeutig besser.

Die Frage, ob das Baby im Eltern- bzw. Familienbett schlafen soll, muss individuell beantwortet werden. Was dafür spricht, ist die Erfahrung vieler Naturvölker, dass Co-sleeping (das Baby schläft mit der Mutter/den Eltern im Familienbett) die emotionale Bindung stärkt, den Schlaf von Mutter und Kind verbessert und überaus praktisch vor allem bei gestillten Kindern ist, weil man zum Stillen in der Nacht nicht aufstehen muss. Dagegen spricht, dass es Eltern gibt, die mit dem Baby im Bett nicht so gut schlafen, ihre „Privatsphäre“ bewahren wollen oder prinzipiell die Eigenständigkeit möglichst früh fördern wollen. Dagegen spricht auch, dass Babies aus dem Elternbett fallen können, wenn man nicht bei ihnen ist. Das ist vor allem dann gefährlich, wenn das Elternbett hoch ist. Tatsache ist, dass es sehr schwer ist, vor allem größere Babies und Kleinkinder abzuhalten, im Elternbett schlafen zu wollen und das „Fernhalten“ sehr viel Konsequenz erfordert. Außerdem kommt für jedes Kind die Zeit, in der es nicht mehr bei den Eltern schlafen will. Ammenmärchen vom „Erdrücken“ des Kindes im Schlaf haben sich nicht bestätigt (außer vielleicht bei alkoholisierten oder intoxikierten Eltern), weil wir uns beim Auftauchen von „Hindernissen“ im Bett auch im Tiefschlaf wegdrehen. Die Daten für ein vermehrtes oder vermindertes Auftreten von plötzlichem Kindstod im Familienbett sind widersprüchlich, es gibt Angaben für Beides.