Die ersten Tage Pro und contra Stillhütchen

Stillhütchen sind dünne Silikonformteile, die über die Brustwarze gestülpt werden, um irritierte Brustwarzen vor weiterer Belastung durch das Stillen zu schützen oder um den Saugkontakt bei kleinen Brustwarzen, Flach- und Hohlwarzen oder prallen Brüsten zu verbessern.

Die Vorteile liegen in der Reduktion von Hautbelastung und Schmerzen beim Stillen mit wunden Brustwarzen; weniger „Stress“ ermöglicht ein rascheres Abheilen der irritierten Haut und vermindert die Angst vor schmerzvollem Stillen. Andererseits bekommt das Baby mehr „Brustwarze“ in den Mund und ist nicht so leicht verzweifelt, wenn es wegen Andockproblemen nicht rasch genug an die Muttermilch kommt.

Nachteile entstehen dadurch, dass sich das Baby an das Stillhütchen gewöhnt, das sich im Mund anders anfühlt als die Brustwarze, und dass man am Stillhütchen anders saugt als an der Brustwarze (mehr Saugen, weniger Drücken). Das bringt fast immer Schwierigkeiten beim Entwöhnen bzw. Umstellen vom Stillhütchen auf das Saugen an der Brust. Die irritierte Haut der Brustwarze beruhigt sich unter dem Schutz des Stillhütchens, gewöhnt sich aber nicht an die Belastung beim Saugen, und das Problem der wunden Brustwarzen wiederholt sich. Dazu kommt noch das Handling der Stillhütchen, die entsprechend sauber gehalten werden müssen.

Alternativen:
Richtiges Anlegen und Brustpflege vermindern das Risiko wunder Brustwarzen. Wollfettsalbe oder Muttermilch sind gute Pflegemittel, Brustwarzenschoner, die in den Büstenhalter eingelegt werden, erleichtern das Abheilen und reduzieren Schmerzen. Auch Softlaserbehandlung beschleunigt das Abheilen wunder Brustwarzen. Anlegetips wie z.B. der C-Griff (Bild), teilweises Ausdrücken oder Abpumpen der prallen Brust vor dem Anlegen, häufiges Anlegen des noch nicht allzu hungrigen Babys ermöglichen das Stillen auch bei Brustproblemen. Bei Flach- und Hohlwarzen helfen Brustwarzenformer, die in den letzten Schwangerschaftsmonaten vorbeugend in den Büstenhalter eingelegt werden.

Fazit:
Stillhütchen sind selten erforderlich, ihre Verwendung ist keine Alternative zu Brustpflege und Stillberatung. Die scheinbaren Vorteile wiegen die Probleme, die sich beim Entwöhnen einstellen, selten auf.