Die ersten Wochen Eifersucht…

...ist eine Leidenschaft, die aus Eifer sucht, was Leiden schafft...

Wenn sich ein Geschwisterchen ankündigt, sind die beherrschenden Gefühle zunächst Interesse und Vorfreude, manchmal auch etwas Angst, wie wird das werden, wird mich die Mami dann noch genauso lieb haben… Wenn das Baby dann da ist, gibt es zunächst auch Enttäuschungen, wieso muss die Mami im Spital bleiben, wieso darf ich das Baby nicht herumtragen, ihm zeigen, was ich kann, wieso darf man nicht schauen, ob sich der Arm ausrenken lässt usw. Aber auch Interesse, warum schreit es jetzt, wie wird es gewickelt, wie beruhigt man es usw. Die Motivation, ein guter großer Bruder, eine gute große Schwester zu sein, ist groß, allein, da ist das Problem, die Mami, die gerade in der letzten Zeit so viel Zeit hatte, beschäftigt sich jetzt so viel mit dem Baby. Kann man es nicht zurückgeben, gegen etwas Nützlicheres eintauschen?

Nicht alle Kinder reagieren gleich. Aber wie sollen sich die Eltern bei diesen verwirrenden Gefühlen verhalten? Noch dazu, wo sie selbst alle Hände voll zu tun haben, mit den neuen Belastungen und vor allem wieder mit dem Schlafentzug fertig zu werden? Immerhin gibt es auch Väter…

Als allgemeine Regeln gelten: Verständnis, liebevolle Fürsorge und klare Grenzen. Erklären Sie Ihrem Sohn, ihrer Tochter, dass Sie sein/ihr Problem verstehen, dass Sie auch Probleme haben, sich an die neue Aufgabe zu gewöhnen, dass sich alle in der Familie umstellen müssen, dass sich aber die Mühe lohnt… Es kann schon sein, dass man den Frust irgendwo ablassen muss, aber nie am Baby! Es hilft, über den Frust zu sprechen, es gibt aber auch klare Grenzen, die dort beginnen, wo es gefährlich wird, wo die Sicht zu einseitig ist. Zu strenges elterliches Verhalten fördert die (versteckte) Aggression, zu lasches Verhalten schadet dem Baby und seiner Integration in die Familie. Konzentrieren Sie sich nicht nur auf das Baby, verwenden Sie keine Ausreden, nehmen Sie sich auch definierte Extrazeit für Ihr älteres Kind, machen Sie konkrete Angaben, wann und was Sie in dieser Zeit spielen oder tun werden! Je klarer und verständlicher, je sicherer und verlässlicher Sie reagieren, desto leichter wird es Ihrem Kind fallen, sein Problem zu lösen.