Die ersten Wochen Hüftultraschall – wozu?

Das Hüftgelenk ist ein Kugelgelenk, das über Jahrzehnte starken mechanischen Belastungen ausgesetzt ist. Entscheidend für eine möglichst problemlose Gelenksfunktion ist, dass sich der Kopf des Oberschenkelknochens (Femurkopf) im Zentrum des Gelenkes (Hüftgelenkspfanne) befindet. Wenn das aufgrund einer angeborenen Fehlbildung oder einer Reifungsverzögerung der Hüftgelenkspfanne nicht der Fall ist, spricht man von Hüftgelenksdyplasie. Im Extremfall kann der Hüftkopf aus der Gelenkspfanne herausgleiten (Hütgelenksluxation). Die Fehlstellung des Hüftgelenks führt später zu Fehlbelastungen, vermehrter Gelenksabnützung und Schmerzen. Die Früherkennung solcher Probleme ist wichtig, weil durch frühe (->) Diagnose und konservative (->) Behandlung Hüftgelenksprobleme und Operationen verhindert werden können.

Diagnose:
Hüftgelenksprobleme werden routinemäßig in den ersten Tagen nach der Geburt und in der 6.-8. Lebenswoche klinisch (Prüfung der Bewegungseinschränkung des Hüftgelenks beim Abspreizversuch) und mittels standardisierter Ultraschall Untersuchung festgestellt.

Therapie:
Die Behandlung der Hüftgelenksdysplasie erfolgt durch Fixieren der Oberschenkel in abgespreizter Stellung während einiger Wochen. Dabei wird Kopf des Oberschenkels im Zentrum des Gelenks gelagert und durch den Zug der Oberschenkelmuskulatur in die Gelenkspfanne gedrückt. Dies fördert die Ausbildung der Gelenkspfanne. Die Fixierung der Oberschenkel kann erfolgen durch

  • breit wickeln – ist nur bei minimalen Reifungsstörungen wirksam
  • Spreizhose – eine steife Plastikhose, die angepasst an die Größe des Kindes, die Oberschenkel in abgespreizter Stellung hält
  • Zügerl – eine Art Hosenträger, die die Oberschenkel in abgespreizter Stellung halten
  • Gipsschale - diese wird vor allem bei Hüftgelenksluxation wöchentlich neu angepasst und ermöglicht die beste Fixierung der Oberschenkel.

Univ. Prof. Dr. Christian Popow ist Facharzt für Kinder- u. Jugendheilkunde und für Kinder- und Jugendneuropsychiatrie, Psychotherapeut in Ausbildung unter Supervision (kognitive Verhaltenstherapie) derzeit tätig an der Univ. Klinik für Psychiatrie des Kindes- u. Jugendalters und an der Interdisziplinären Tagesklinik der Univ. Klinik f. Kinder- u. Jugendheilkunde Wien

Spezialgebiete: Sozialpädiatrie, Kinder- u. Jugendpsychiatrie, Entwicklungspsychologie, Neonatologie, angewandte Computerwissenschaften
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