Die ersten Wochen Verhütung nach der Geburt

Achtung bis zu 6 Wochen nach der Geburt sollte kein Geschlechtsverkehr stattfinden - Warum?

Nach der Geburt des Kindes und nach der Geburt der Nachgeburt muss sich die vergrößerte Gebärmutter wieder komplett verkleinern, zurückziehen. Während dieser Zeit sondert die Gebärmutter reichlich blutiges anschließend schleimig-seröses Wundsekret ab. Dieses Wundsekret ist der ideale Nährboden für Bakterien und während der Zeit des Wochenflusses ist eine aufsteigende Infektion der Gebärmutter sehr leicht möglich. Um Infektionen zu vermeiden, sollte solange das Wochenbett dauert, das sind normalerweise 4-6 Wochen nach einer Geburt, kein Verkehr stattfinden. Wollen die Partner doch miteinander schlafen, ist das Kondom der ideale Schutz - nicht nur vor einer neuerlichen Schwangerschaft sondern auch vor Infektionen.

Welche Verhütung?

Natürliche Verhütungsmethoden, wie beispielsweise die Temperatur-Schleimmethode, sind im Wochenbett und in der Stillzeit nicht zuverlässig, da durch das Stillen die Blutung ausbleibt und so keine Kontrolle über den Zyklus möglich ist. Erst wenn wieder regelmäßige Blutungen einsetzen, ein regelmäßiger Zyklus wiederauftritt , ist die Sympto-termale Methode empfehlenswert.

Die Pille, da vor allem die Micropille, kann stillenden Mütter empfohlen werden, da die enthaltenen Östrogene sehr nieder dosiert enthalten sind. Bei höher dosierten Östrogen-hältigen Pillen (50 µg) kann bei stillenden Müttern der Milchfluss gehemmt werden. Die Anwendung der Minipille ist ebenfalls möglich, da sie nur Gestagene enthält. Sie muss allerdings relativ exakt eingenommen werden. Weitere Gestagenpräparate, wie die Dreimonatsspritze, die Hormonspirale oder das in den Oberarm implantierbare Hormonstäbchen, sind ebenfalls als Langzeitverhütungsmethoden geeignet.

Auf keinen Fall sollte sich die Stillende auf die verhütende Wirkung des Stillens (unterdrückt den Eisprung durch das Milch produzierende Hormon Prolaktin) verlassen.

Am besten besprechen Sie mit Ihrem behandelnden Gynäkologen die für Sie am besten geeignete Verhütungsmethode. Eine gute Gelegenheit dazu ist die Kontrolluntersuchung nach der Geburt, die Sie 6 bis 8 Wochen nach dem "großen Ereignis" wahrnehmen sollten.

Wann der erste Eisprung nach der Geburt stattfindet, kann nicht exakt vorausgesagt werden. Dies ist individuell verschieden und hängt auch vom Stillen ab. Oft tritt die erste Menstruation bei Frauen, die nicht stillen, etwa 4 bis 6 Wochen nach der Geburt auf. Bei Müttern, die teilweise zufüttern und eingeschränkt stillen, dauert es 2 bis 3 Monate. Etwa 6 bis 18 Monate lässt die erste Regel wieder auf sich warten, wenn voll gestillt wird. Fast jeder Menstruationsblutung geht etwa 14 Tage zuvor ein Eisprung voraus! Wenn Sie also noch keine Menstruationsblutung nach der Geburt hatten, können Sie schon wieder fruchtbar sein und schwanger werden.

Verhütungsmittel Stillen?

Der Saugreiz des Kindes führt im Gehirn (Hypothalamus) zur Ausschüttung des Milchbildungshormons Prolaktin. Je höher seine Konzentration im Blut ist, desto eher werden der Eisprung und die Blutung unterdrückt. Prolaktin ist ein natürliches Verhütungsmittel. Stillpausen jedoch führen zum Eisprung. Wird mehr als vier Stunden hintereinander nicht gestillt, so kann der Prolaktinspiegel im Blut soweit abfallen, dass es zum Eisprung kommen kann. Der natürliche Verhütungsmechanismus funktioniert also nicht hundertprozentig! Auch eine voll stillende Mutter muss daher an Verhütung denken.