Der Kreißsaal (kreißen = gebären) ist ein Bereich im Krankenhaus, in dem Babies zur Welt kommen.
Ein moderner Kreißsaal besteht aus einzelnen Geburtszimmern, in denen
- ein gemütliches Bett bzw.
- Geburtshocker,
- Romarad,
- Geräte für Entspannungsübungen (Turnmatte, Ball, Sprossenwand, Turnseil) und
- Entspannungs- bzw. Geburtsbadewanne,
- Sitzgelegenheiten für den Vater oder eine andere Vertrauensperson sowie
- Einrichtungen für die Versorgung des Babys nach der Geburt (Babybadewanne, Wärmematte, Windelwärmeschrank)
bereitstehen.
Früher war das oft wirklich ein Saal, in dem mehrere Geburtsbetten nebeneinander standen und daher auch mehrere Frauen nebeneinander die letzten Phasen der Geburt "erlebt" haben. Diese Lösung war platz- und personalsparend, denn eine Hebamme bzw. ein Geburtshelfer konnte sich gleichzeitig um mehrere Geburten kümmern. Auf das individuelle Bedürfnis nach Geborgenheit, angstfreiem Erleben der
Geburt gemeinsam mit dem Kindesvater oder einer Vertrauensperson wurde unter dem Aspekt von Ökonomie und Sicherheit keine Rücksicht genommen.
Bis zur letzten Jahrhundertwende kamen nur mittellose Frauen ins Spital zur Geburt, wer es sich leisten konnte, bekam sein Baby
zuhause.
Dies hat sich im Laufe des 20. Jahrhunderts mit den Fortschritten der Geburtshilfe und der geburtshilflichen Operationen, der Forderung nach größtmöglicher Sicherheit, der damit verbundenen Verlagerung fast aller Geburten ins Spital sowie mit der Geburtshilfereform der Achtziger-Jahre (sanfte Geburt, Leboyer) grundlegend geändert.
In den meisten Kreißzimmern können auch
Zangen- oder Vacuumgeburten durchgeführt werden.
Der Kreißsaal sollte in unmittelbarer Nähe einen Operationssaal für
Schnittentbindungen haben.
Im Kreißsaal sind
Hebammen
und
Geburtshelfer tätig, an geburtshilflichen Zentren sollte auch ein für die Behandlung von Neugeborenen spezialisierte/r Ärztin/Arzt in unmittelbarer Nähe verfügbar sein.
Soll ein Kinderarzt bei der Geburt anwesend sein?