Geburt Männer im Kreißsaal – Unterstützung oder Zwangsbeglückung?

Vater und Baby nach der Geburt Heutzutage wird die Anwesenheit des Partners während der Geburt von nahezu allen Gebärenden wie selbstverständlich erwartet. Für unsere Väter und Mütter war dies noch absolut undenkbar – heute ist es Routine. Doch die Ängste und Bedenken der werdenden Väter sind trotz der modernen Rolle als Mann und Vater die gleichen geblieben: wie kann ich meine Partnerin in der Schwangerschaft während der Geburt und nach der Geburt unterstützen? Wie kann ich mit meiner Hilflosigkeit in der Geburtssituation umgehen? Und kann ich nach der Geburt Beruf und Familienleben befriedigend miteinander verbinden? Wie ändert sich durch die Geburt unseres Kindes unser Sexualleben?

Mittlerweile gibt es neben den Paarkursen auch schon spezielle Männervorbereitungskurse, in denen die oben aufgeworfenen Fragen offen besprochen werden können.

Bis vor kurzem war die Befindlichkeit der Schwangeren bzw. der Gebärenden immer vorrangig. Der Partner wurde eher unberücksichtigt gelassen und „ ins Eck“ gestellt. Seine Anwesenheit ist jedoch extrem wichtig in dieser, für die Frau doch emotionalen und körperlichen Ausnahmesituation und wird von den Frauen eingefordert. Doch wie es dem begleitenden Partner dabei ergeht wird selten gefragt. Von einer „Zwangsbeglückung“ des Partners, das heißt seiner unbedingten Anwesenheit bei der Geburt, auch wenn er dies - eindeutig oder eher zögerlich - ablehnt, wird allerdings abgeraten. Setzt man den Partner unter Druck, wird nur Ablehnung und Desinteresse erreicht, aber in keinem Fall eine Hilfestellung für die Beteiligten.

Wirklich vorbereiten kann Mann sich durch Hebammeninformation –die ja eigentlich die Frau und deren Bedürfnisse vertritt oder durch „ Männergespräche“ von bereits „ Betroffenen“. Eine einfühlsame Hebamme wird den Partner so platzieren, dass er sich eingebunden aber nicht überfordert fühlt und dass er sich als Begleiter und Unterstützer für seine gebärende Frau sieht.