Schwangerschaft Alkohol und Schwangerschaft

Alkohol und Rauchen sind die häufigsten schädlichen Einflüsse in der Schwangerschaft.

Alkohol ist eine zellschädigende Substanz. Da Alkohol mit dem Blut auch in das zentrale Nervensystem gelangt, schädigt es insbesondere die empfindlichen Nervenzellen aber natürlcih auch alle anderen Zellen. Wenn Sie Alkohol in der Schwangerschaft trinken, gelangt dieser über den Mutterkuchen auch zum Baby, Ihr Baby trinkt also mit! Frauen haben eine geringere Alkoholtoleranz im Vergleich zu Männern, das heranwachsende Baby die geringste.

Es gibt keine „sichere“ Alkoholmenge! Trinken (vor und) in der Schwangerschaft erhöht – in Abhängigkeit von der Dauer und der zugeführten Alkoholmenge –das Risiko für ein Problem, das Ihr Kind während des ganzen Lebens beeinträchtigen kann, das Fetale Alkoholsyndrom (FAS). Schätzungsweise 1%0 der Neugeborenen sind von FAS in mehr oder weniger schwerer Form betroffen. Probleme des FAS beeinträchtigen Geburtsgewicht und –länge und erhöhen das Risiko für Fehlbildungen und Entwicklungsprobleme:

  • Gesichtsfehlbildungen (Augen-, Ohren-, Nasen-, Kiefer- und Lippenfehlbildungen)
  • Organfehlbildungen (insbesondere Bindegewebsprobleme, Fehlbildungen im Skelet und Bewegungsapparat, Herzfehler, Fehlbildungen im Urogenitaltrakt)
  • ZNS-Probleme (kleineres Gehirnvolumen, Entwicklungsverzögerung, Intelligenzminderung, Lern-, Konzentrations- und Koordinationsprobleme, Hyperaktivität).

Chronischer Alkohol-“Genuss“ schädigt auch die Eltern! Fahren Sie NIE alkoholisiert mit dem Auto!

Wie aufhören?

Einfach prinzipiell keinen Alkohol konsumieren.
Wenn das nicht geht, zunächst die täglich konsumierte Alkoholmenge (Gläser Bier, Wein usw.) ehrlich aufzeichnen und laufend reduzieren, ein klares Limit setzen.
Manchen hilft, langsam(er) trinken, die Zeit zwischen zwei alkoholischen Getränken durch nichtalkoholische Getränke strecken, ablenken, essen.
Vermeiden Sie Auslöser! Tun Sie etwas Anderes! Lernen Sie NEIN sagen!
Konsumieren Sie NIE Alkohol, um damit einen beruhigenden, Angst lösenden oder anderen Effekt zu erreichen! Alkohol ist kein Medikament!
Wenn Sie es nicht (allein) schaffen, suchen Sie unbedingt Hilfe, z.B. bei Ihrer HausärztIn, GynäkologIn, PsychiaterIn; bei den Anonymen Alkoholikern , beim Anton Proksch Institut oder bei den Sozialpsychiatrischen Diensten.

Univ. Prof. Dr. Christian Popow ist Facharzt für Kinder- u. Jugendheilkunde und für Kinder- und Jugendneuropsychiatrie, Psychotherapeut in Ausbildung unter Supervision (kognitive Verhaltenstherapie) derzeit tätig an der Univ. Klinik für Psychiatrie des Kindes- u. Jugendalters und an der Interdisziplinären Tagesklinik der Univ. Klinik f. Kinder- u. Jugendheilkunde Wien

Spezialgebiete: Sozialpädiatrie, Kinder- u. Jugendpsychiatrie, Entwicklungspsychologie, Neonatologie, angewandte Computerwissenschaften
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