Schwangerschaft Beckenendlage (BEL)

In fünf Prozent aller Schwangerschaften liegt das Baby nicht mit dem Kopf, sondern mit dem Popo voran. Das heißt, dass bei der Geburt nicht das Größte des Kindes - das ist das Köpfchen - als Erstes geboren wird, sondern der Popo.

Das erklärt auch das mögliche Risiko, dass man bei einer normalen (vaginalen) Geburt bei der Beckenendlage eingeht: Der Popoumfang ist in der Regel kleiner als der Kopfumfang des Babys. Dieser Popo = der Steiß wird als Erstes geboren, dann der Körper, dann erst wird das Köpfchen entbunden. Ist der Kopfumfang des Babys größer als der Popoumfang ( das kann man mit Hilfe einer Ultraschallmessung diagnostizieren), dann ist das Risiko extrem hoch, dass das Köpfchen im Geburtskanal stecken bleibt und die Geburt daher sehr verzögert abläuft. Das Kind könnte dadurch einen Sauerstoffmangel erleiden und geschädigt werden.

Bei Erstgebärenden mit sehr großen Kindern oder bei Kindern mit einer deutlichen Größendiskrepanz zwischen Kopf- und Steißumfang wird der Schwangeren ein geplanter Kaiserschnitt angeboten. Bei einer mehrgebärenden Schwangeren mit einem Kind in BEL kann man - so die Schwangere möchte - mit der Hilfe eines erfahrenen Geburtshelfers eine Normalgeburt anstreben. In jedem Fall müssen die werdenden Eltern über die Risiken, die für das Baby bei einer normalen Geburt bei BEL auftreten können, aufgeklärt werden. In den allermeisten Fällen entscheiden sich die zukünftigen Eltern für einen Kaiserschnitt.

Alternative Methoden:

Indische Brücke und Moxaakupunktur können die Spontandrehungsrate erhöhen.

  • Zwischen der 32- 38 Schwangerschaftswoche kann mit Hilfe von brennenden Moxakraut (gepresstes Beifusskraut) eine starke Reiztherapie auf die Gebärmutter ausgeübt und so eine Drehung des Babys provoziert werden. Die Erfolgszahlen mit der Moxatherapie liegen zwischen 50-80 Prozent.
     
  • Bei der indischen Brücke legt man der liegenden Schwangeren einige Polsterkissen unter ihr Becken, sie liegt somit leicht "Becken hoch", damit soll durch diese Position dem Baby die Möglichkeit gegeben werden, sich aus dem kleinen Becken der Mutter herauszubewegen und sich anschließend in eine Schädellage zu drehen.