Schwangerschaft CMV, das unbekannte Risiko

2/1000 Kindern erkranken an angeborener Cytomegalievirus (CMV) – Infektion, vor allem Kinder junger Mütter, die noch keine Bekanntschaft mit dem Virus gemacht haben. Die Folgen für die Kinder: Hirnentzündung, Entwicklungsverzögerung, Hörbeeinträchtigung. Das Virus, das für größere Kinder und Erwachsene kaum Probleme macht, ist für Babies im Mutterleib und für Neugeborene ziemlich gefährlich.

Wie wird die Infektion übertragen? hauptsächlich über den Harn infizierter Kinder, die das Virus monate- und jahrelang ausscheiden. Gefährlich sind vor allem Aerosole, Tröpfchen, die beim Windelwechsel in die Luft gelangen, eingeatmet werden und vor allem bei Menschen, die noch keinen Kontakt mit CMV hatten, eine üblicherweise harmlose Infektion auslösen. Bei Schwangeren kommt das Virus auf dem Blutweg in den Mutterkuchen und von dort zum Kind.

Was macht die Infektion mit CMV beim Baby im Mutterleib? Etwa 10% der so infizierten Kinder erkranken, wobei vor allem das Gehirn und das Gehörorgan langsam geschädigt werden. Die Erkrankung verläuft schleichend, das Virus ist monate- unter Umständen jahrelang im Harn nachweisbar, die Infektion kann sich auch erst nach der Geburt entwickeln.

Wie kann man sich vor einer CMV Infektion in der Schwangerschaft schützen? CMV negative Schwangere, die entweder Kleinkinder haben, die eine Kinderkrippe besuchen, oder in Risikoberufen (Kindergärtnerinnen, Säuglingsschwestern), sollten beim Windelwechsel Atemschutzmasken verwenden bzw. bereits in der Frühschwangerschaft von der Arbeit freigestellt werden.

Gibt es Therapiemöglichkeiten? Derzeit gibt es außer vorbeugenden Maßnahmen keine Behandlungsmöglichkeit. Die Effizienz vorbeugender Immunglobulingaben wird derzeit in großen Studien untersucht, die Ergebnisse dieser viel versprechenden Studien werden vielleicht Behandlungsmöglichkeiten aufzeigen. Bei betroffenen Kindern kann virustatische Behandlung ein weiteres Fortschreiten der Erkrankung bewirken.