Schwangerschaft Doppeltes Glück, doppelte Sorgen

Jede Zwillingsschwangerschaft / Mehrlingsschwangerschaft ist als Risikoschwangerschaft einzustufen und verlangt eine intensive Betreuung während der kompletten Schwangerschaft. Im Vergleich zu Einlingsschwangerschaften sind die kindlichen und die mütterliche Morbidität und Mortalität erhöht. Von besonderer Bedeutung ist ein früher Ultraschall bei dem die Zwillingsanlage exakt beurteilt werden sollte : hat jeder Zwilling einen eigenen Mutterkuchen und auch einen eigenen Fruchtsack der ihn versorgt oder werden die Embryos über einen gemeinsamen Mutterkuchen versorgt und müssen diese Versorgung teilen – ist dies der Fall könnte ein Baby dem andere Baby die Blut-Versorgung quasi wie ein Schmarotzer wegnehmen, dass würde bedeuten das ein Kind überversorgt, das andere Kind mangelernährt wird. Regelmäßige durchgeführte Ultraschalluntersuchungen haben somit eine große Bedeutung zur rechtzeitigen Diagnose von diesen möglichen Komplikationen.

Zwillinge haben ein erhöhtes Risiko zur Mangelernährung, zur vorzeitig auftretenden Wehentätigkeit, da ja die Gebärmutter viel stärker gedehnt wird, zum vorzeitigen Blasensprung und zur Frühgeburt. Daher werden Zwillingsschwangerschaften häufiger vor der 37. Schwangerschaftswoche und dann auch häufiger mittels Kaiserschnitt entbunden als Einlingsschwangerschaften. Die erhöhte Rate an Kaiserschnittgeburten erklärt sich auch durch die Lageeinstellung der Kinder zueinander. Um eine Komplikation unter der Geburt zu vermeiden empfiehlt man zunehmend eine normale Geburt nur dann, wenn beide Kinder in Schädellage liegen.

Ein gehäuftes Auftreten von Zwillingsschwangerschaften findet sich vor allem nach hormonellen Kinderwunschbehandlungen und mit steigenden mütterlichen Alter. Derzeit tritt in Mitteleuropa 1 Zwillingsschwangerschaft auf achtzig Einlingsschwangerschaften auf.

Dr. Christine Kurz
Abteilung für Endokrinologie und Sterilitätsbehandlung, Univ. Klinik für Frauenheilkunde, Medizinische Universität Wien.