Schwangerschaft Welche Probleme sind mit einer Lippen-Kiefer-Gaumenspalte verknüpft?

In der 5. bzw. 10. Woche nach der Befruchtung verschmelzen die rechten und linken Lippen- bzw. Gaumenanteile. Genetische und Umwelteinflüsse (Medikamente - manche Mittel gegen Epilepsie -, Drogen, Vitamin B- und Folsäuremangel, mütterliches Rauchen, Alkoholmissbrauch u.a.) scheinen für Entwicklungsprobleme in diesem Bereich, Lippen-, Gaumen- und Lippen-Kiefer-Gaumenspalten, verantwortlich zu sein.
Lippenspalten gehen in 70 Prozent mit Gaumenspalten einher. Diese Spaltbildungen sind relativ häufig (1:500 bzw. 1:2000). Sie treten auch familiär gehäuft und in 13 bis 50 Prozent im Zusammenhang mit anderen Fehlbildungen bzw. Syndromen auf.

Probleme betreffen hauptsächlich die Lippen-Kiefer-Gaumenspalten:

  • Aussehen - viele Eltern sind entsetzt über das gut korrigierbare Problem. Mehrere kieferchirurgische Operationen im Alter von 3 Monaten (Lippenrotverschluss), einem Jahr (Verschluss des weichen Gaumens) und ev. weitere Operationen sind aber erforderlich.
  • Trinkverhalten - Babies mit Lippen-Kiefer-Gaumenspalte tun sich manchmal in den ersten Wochen schwer beim Trinken, vor allem beim Trinken an der Brust. Die Hilfe einer erfahrenen StillberaterIn ist dann willkommen.
  • Zahn-, Hör- und Sprachprobleme können, müssen aber nicht sehr groß sein, logopädische Begutachtung und – falls nötig – Therapie ist empfehlenswert.
Vorbeugend sind Vitamin B- und Folsäuregabe vor der Empfängnis und während der ersten (beiden) Schwangerschaftsmonate bzw. manchmal eine Umstellung der Epilepsietherapie empfehlenswert.

Weiterführende Links:
http://www.cleftline.org/
http://www.lkg-zentrum.de/
http://www.meduniwien.ac.at/maxillo-facial/lkg.htm