Schwangerschaft In-Vitro Fertilisation: Eine erfolgreiche Methode bei Kinderwunsch

Ungewollte Kinderlosigkeit muss heute nicht mehr schicksalhaft hingenommen werden: Die In-Vitro Fertilisation (IVF) stellt die erfolgreichste Methode der Kinderwunsch-Behandlung dar.

Von "Sterilität" spricht man dann, wenn nach einem Jahr regelmäßigen Geschlechtsverkehr keine Schwangerschaft eintritt. Die Ursache für ungewollte Kinderlosigkeit ist mit jeweils 30–40 Prozent bei Frau und Mann gleich verteilt.
Bei 15–30 Prozent kann es sogar an beiden Partnern liegen. Durch einfache Untersuchungen können die Ursachen diagnostiziert und behandelt werden.
In 5–10 Prozent der Fälle findet man jedoch keine organische Ursache.

Die Ursachen bei der Frau können durch einen Verschluss der Eileiter oder auf Grund von hormonellen Störungen oder immunologisch bedingt sein.
Die Ursachen beim Mann liegen meist in einer Störungen der Spermienproduktion oder des Spermientransports.
Ursachen im psychischen Bereich finden sich sowohl bei Frau und Mann (Stress, Arbeitsüberlastung, Mißbrauchsanamnese).

Die IVF – In Vitro Fertilisation (von lat. „Befruchtung im Glas“) – stellt eine ausgewählte Methode innerhalb der verschiedenen Arten von Kinderwunschbehandlungen dar. Nach einer hormonellen Stimulationbehandlung der Eierstöcke der Frau werden die herangereiften Eibläschen durch die Scheide unter Ultraschallkontrolle punktiert. Die gewonnenen Eizellen werden im Labor für die künstliche Befruchtung vorbereitet und anschließend mit den Spermien des Mannes in speziellen Nährmedien im Reagenzglas („in vitro“) zusammengebracht. Die Spermien müssen bei dieser Methode selbstständig in die Eizellen eindringen – dies entspricht also dem natürlichen Befruchtungs-Vorgang. Ist eine Befruchtung erfolgt, wird die Eizelle in einer Nährlösung kultiviert, um sie 2 bis 3 Tage (maximal 5 Tage) später schmerzlos in die Gebärmutter der Frau einzusetzen („einzunisten“). Die sich daraus entwickelnde Schwangerschaft unterscheidet sich nicht von einer spontan eingetretenen Schwangerschaft.
Die Chance, mit Hilfe einer IVF-Behandlung schwanger zu werden, liegt bei 30–40 Prozent pro Zyklus, abhängig von Alter des Patientenpaares, hormoneller Ausgangssituation, Grunderkrankungen (Diabetes mellitus, Bluthochdruck, ...) und unterschiedlichen Lifestylefaktoren (Übergewicht, Stress, Nikotinabusus, übermäßiger Alkoholkonsum,...).

Die In Vitro Fertilisation (IVF) stellt die erfolgreichste Methode der Kinderwunsch-Behandlung dar.

Prof. Dr. Christine Kurz ist Oberärztin an der Universitätsklinik für Frauenheilkunde des AKH Wien.
Nach einer umfangreichen Facharztausbildung mit vorerst onkologischem, dann geburtshilflichem Schwerpunkt arbeitet sie jetzt als operativ tätige Endokrinologin an der Abteilung für Endokrinologie und Sterilitätsbehandlung des AKH.
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