Alkohol ist das häufigste gefährliche (
teratogene) „Medikament“. Etwa 5 von 10 000 Kindern werden mit
fetalem Alkoholsyndrom geboren, etwa 10x so viel mit leichteren Alkohol bedingten Schädigungen (FAE (fetal alcohol effects): Intelligenzminderung, soziale, Entwicklungs- und Bewegungsstörungen).
Der praktisch universelle Hinweis auf jedem Beipackzettel, dass dieses oder jene Medikament nicht in der Schwangerschaft und Stillperiode, vor allem nicht in den ersten drei Schwangerschaftsmonaten verwendet werden soll, ist nicht sehr hilfreich, da er hauptsächlich die Medikamentenfirmen vor Regressforderungen schützen und die Verantwortung auf den verschreibenden Arzt oder den Patienten abwälzen soll.
Natürlich gilt das Prinzip: Medikamente, so wenig wie möglich, so viel wie notwendig und natürlich nur nach Rücksprache mit dem Arzt zu verwenden.
Medikamente aus folgenden Medikamentengruppen sind während der Schwangerschaft gefährlich für das Kind:
„Erlaubt“ sind im Allgemeinen (nach Rücksprache mit der ÄrztIn) Antibiotika, ev. Paracetamol (z.B. Mexalen®) als Schmerzmittel bzw. lebenswichtige Medikamente wie Insulin, Asthmamittel (ß-2 Mimetika (z.B. Salbutamol (Sultanol®), Glukokortikoide), aber auch Antazida (z.B. Ranitidin (Ulsal®)) bei Gastritis und Sumatriptan (Imigran®) bei therapieresistenter Migraine.
Bei versehentlich weiter geführter Einnahme von Kontrazeptiva (Pille) besteht kein erhöhtes Risiko für Fehlbildungen des Genitales.