Schwangerschaft Sport und Schwangerschaft

Aus gynäkologischer Sicht ist mäßige Bewegung während der Schwangerschaft zu empfehlen – ein unauffälliger Schwangerschaftsverlauf ist natürlich Voraussetzung. Jedoch sind einige sportliche Aktivitäten einzuschränken, besonders dann wenn sie mit einem hohem Sturzrisiko verbunden sind. Springen, schnelles Laufen, Sprinten, Hüpfen, Kniebeugen oder Sit-ups sowie Bewegungen, die Druck auf den Bauch verursachen, sollten in der Schwangerschaft vermieden werden.

Viel besser für Schwangere sind Bewegungsabläufe, die kein besonderes Maß an Gleichgewichtssinn erfordern, da der zunehmend dicker werdende Bauch den Schwerpunkt des Körpers verlagert und somit das Koordinationsvermögen empfindlich gestört ist. Zusätzlich ist die Verletzungsgefahr auf Grund schwangerschaftsbedingter hormoneller Veränderungen im Bandapparat erhöht, da die Bandverbindungen aufgelockert sind und nicht die Stabilität haben, die bei Sport benötigt wird.

Schwimmen ist für Schwangere die ideale Bewegungsform. Durch den Auftrieb trägt das Wasser das zusätzliche Gewicht und wirkt entspannend. Die Wassertemperatur sollte als angenehm empfunden werden, nicht unter 20°C bzw. über 35°C liegen. Durch Schwimmen werden die Muskeln (auch die des Beckenbodens) trainiert und die Ausdauer verbessert, Muskeln oder Gelenke werden nicht belastet. Vor allem bei Rückenbeschwerden ist Schwimmen der ideale Ausgleichssport.

Wassergymnastik

Wassergymnastik hat viele Vorteile. Man kommt im Wasser nicht so leicht ins Schwitzen und die Verletzungsgefahr ist relativ gering. Auch kann man sich kaum überanstrengen oder einseitig belasten. Durch den Widerstand des Wassers werden die Muskeln intensiv trainiert, andererseits hat man durch den Auftrieb ein Gefühl von Leichtigkeit – trotz des zusätzlichen Gewichts in der Schwangerschaft. Oft wird mit einer "Nudel", einer großen Schaumgummistange, oder anderen Hilfsmitteln trainiert.

Besonders empfehlenswert ist in der Schwangerschaft das Wasserlaufen. Man joggt dabei im brusttiefen Wasser. Auf den Gelenken der Schwangeren lastet nur noch ein kleiner Bruchteil ihres eigenen Gewichts. Dabei wird Muskulatur aufgebaut, die Ausdauer gesteigert – eine gute Voraussetzungen für eine leichte Geburt. Die Beinvenen werden entlastet, denn der sanfte Druck von außen lässt Ödeme verschwinden und massiert die Haut wie bei einer Lymphdrainage.

Viele Schwangere haben Angst, dass sie sich in öffentlichen Schwimmbädern eine Scheideninfektion, v.a. eine Pilzinfektion, holen könnten. Da die Wasserqualität ständig überwacht wird, ist diese Befürchtung allerdings unbegründet. Bedenklicher ist dagegen ein Whirlpool, weil dort das Wasser viel wärmer ist und nicht so häufig ausgetauscht wird. Ebenso ungeeignet sind Thermalwasser, Kohlensäure-, Schwefelbäder da sie den Kreislauf einer Schwangeren zu stark belasten.

Die Bewegung im Wasser ist eine ideale Ergänzung zur traditionellen Geburtsvorbereitung und eignet sich während der gesamten Schwangerschaft. Mit gezielten Übungen und Einsatz von Hilfsmitteln werden die Muskeln gedehnt, gekräftigt und gelockert, der Rücken und die Gelenke angenehm entlastet, die Haut und das Bindegewebe gestrafft und der Stoffwechsel angeregt.

Fragen Sie jedoch in jedem Fall Ihren betreuenden Frauenarzt, der Ihren Schwangerschaftsverlauf kennt, ob er bei Ihnen irgendwelche Einwände oder Bedenken gegen sportlichen Aktivitäten hätte.